Home
Wir über uns
Bilder
Texte
Links
Service
Kontakt
   
 


Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Unsere Position zum Thema:

1. Tag der Befreiung - 8. Mai 1945
Der 8. Mai 1945 war der Tag der Befreiung Deutschlands vom Faschismus durch die westlichen Alliierten und die Rote Armee der Sowjetunion. Dass diese Tatsache heute kaum noch öffentlich bestritten wird, musste in der deutschen
Nachkriegsgeschichte mühsam erkämpft werden. Allzu lange galt das Kriegsende als Symbol für Niederlage und Besatzung. Dagegen halten die Falken den 8. Mai für einen Anlass zum Feiern und zur Dankbarkeit gegenüber den alliierten SoldatInnen und den PartisanInnen in allen besetzten Ländern - jedoch auch für einen Tag des Gedenkens an die Millionen Menschen, die für den Sieg über den deutschen Faschismus ihr Leben gaben.

2. Deutsche Schuld
Die deutsche Kriegsschuld muss Grundlage allen Erinnerns an den Zweiten Weltkrieg sein. Keinesfalls darf die Erinnerung an all jene Menschen verblassen, die in den deutschen Konzentrationslagern auf furchtbarste Weise zugrunde gerichtet wurden. Keinesfalls darf die Erinnerung an all die
Menschen in den Hintergrund gedrängt werden, die als Angegriffene Opfer der deutschen Wehrmacht wurden. Die Schuld am Holocaust trägt nicht nur die Nazi-Elite oder das "Monster Hitler" allein. Zig Tausende von Deutschen
waren aktiv am industriellen Völkermord beteiligt. Bis auf eine kleine Minderheit von WiderstandskämpferInnen haben die Deutschen das Nazi-Regime unterstützt oder toleriert. Auch die heutigen Deutschen tragen eine besondere Verantwortung für die Erinnerung an Holocaust und Krieg, für den Kampf gegen jedweden Versuch, etwas Ähnliches zu wiederholen.

3. Deutsche Täter sind keine Opfer
In den aktuellen Debatten 60 Jahre nach Kriegsende treten immer mehr die deutschen Opfer in den Vordergrund. Beispiele sind das Gedenken an die Opfer der Bombenangriffe auf Deutschland und das Schicksal der deutschen Vertriebenen. Zweifellos gab es auch deutsche Opfer, nicht zuletzt die Opfer des Faschismus. Ihnen zu gedenken und um sie zu trauern ist legitim. Form und Absicht dieses Gedenkens sind in den allermeisten Fällen jedoch revanchistisch. Ziel des "Erinnerns" ist allzu oft, Kriegschuld und Holocaust zu verdrängen und so eine selbstbewusste, nationale deutsche
Identität wieder möglich zu machen. Die Falken stellen sich vehement gegen alle Versuche, durch die Umdeutung der Deutschen von Tätern zu Opfern die deutsche Schuld an Krieg und Holocaust zu relativieren.

4. Gegen den Neo-Nationalismus der Gedenkweltmeister
Alle sind gegen die Nazis. Die bürgerliche Öffentlichkeit echauffiert sich über die NPD im sächsischen Landtag und den Beschluss der BVV Steglitz-Zehlendorf zum Gedenken an den 8. Mai. Doch sind dies eher die altmodischen Varianten eines konservativen Geschichtsrevisionismus. Der von der rot-grünen Bundesregierung eifrig gepflegte Neo-Nationalismus kommt ohne solche plumpen Argumente aus und geht doch zielsicher an einem linken Antifaschismus vorbei. Die Bundesrepublik wird als Gedenkweltmeister und positives Gegenbild zum NS-Staat präsentiert, zu dem es keine Kontinuität gebe. Gleichzeitig sind deutsches Streben nach Großmachtstatus und Angriffskriege wieder möglich, werden Grundrechte abgebaut und Flüchtlinge und MigrantInnen aufgrund rassistischer Kriterien entrechtet. Gegen all dies
muss sich ein geschichtsbewusster Antifaschismus am 8. Mai richten.

5. Ein Antifaschist, der nichts ist, als ein Antifaschist, ist
kein Antifaschist. Antifaschismus muss also mehr sein, als eine Abgrenzung gegen Nazis. Antifaschismus ist mindestens internationalistisch und noch besser antinational und kosmopolitisch. Der 8. Mai ist zugleich Anlass zur Freude
und Kampftag gegen Krieg und Militarisierung, gegen staatlichen Rassismus und nationale Propaganda.
Letztlich gilt es die Bedingungen zu beseitigen, die den Faschismus erst möglich machten oder, wie Max Horkheimer es ausdrückte: "Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen."